Zum Tod von Prof. Dr. Walter Kochen
Zum Tod von Prof. Dr. Walter Kochen
05.04.1932 bis 04.05.2026
Pionier der toxischen Enzephalopathie
Prof. Dr. Walter Kochen war einer der Pioniere der klinischen Umweltmedizin. Er hat nachhaltig zur Anerkennung der „toxischen Enzephalopathie und Polyneurophatie“ durch Lösungsmittel (BK 1317) beigetragen.
Durch seine laboranalytischen Analysen wurde 5 Jahre nach Beendigung der Exposition das Lösungsmittel Trichlorethylen in der Atemluft nachgewiesen.
Er in den von ihm erarbeiteten Gutachten nachgewiesen, dass Lösungsmittel nach Überschreiten der Blut- Hirnschranke zu einer neurogenen Entzündung führen (kognitive Einschränkungen).
Sein Engagement galt dem durch berufliche Belastungen chronisch Kranken, die oft in schweren Lebenssituationen sind.
Er hat gemeinsam mit anderen Umweltmedizinern (Müller K., Ohnsorge P., Huber W.) den ehemaligen Arbeitsminister Dr. Blüm überzeugt, sich für die Persistenz oder Verschlechterung der Erkrankung der gefährdeten Tätigkeit einzusetzen.
Es war für ihn eine große Freude, dass als Folge seines Gutachtens die Parkinson Erkrankung eines Landwirts nach jahrelangem beruflichem Pestizideinsatz als Berufserkrankung anerkannt wurde.
Der Fachartikel in UMG 37,3,20024 „Spätfolgen des Einsatzes chlororganischen Holzschutzmittels“ ist ein Beleg seines Engagements auch im hohen Alter.
Sein großes Anliegen war die Unabhängigkeit der ärztlichen Gutachten.
Er hatte einen tief verwurzelten Gerechtigkeitssinn, geprägt durch seine christliche Überzeugung, die ihn das ganze Leben begleitete.